PROXI · Fachkräfte · Lüneburg

PROXI Fachkräfte

Radikalisierung beginnt nicht in dem Moment, in dem eine Jugendliche oder ein Jugendlicher sich einer Ideologie zuwendet. Sie entsteht über Jahre aus Entwicklungsprozessen, die im pädagogischen Alltag sichtbar sind: Schwierigkeiten mit sozialen Regeln, Abwertung anderer Gruppen, Unsicherheit über die eigene Zugehörigke

Termin
Ort
Lüneburg
Format
Präsenz
Beitrag
Kostenfrei
Gefördert durch

Landespräventionsrat Niedersachsen

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Eckdaten

Hinweis: Diese Veranstaltung ist durch den Landespräventionsrat Niedersachsen gefördert und ausschließlich für Teilnehmende aus Niedersachsen kostenfrei.

Hintergrund

Worum es geht

Radikalisierung beginnt nicht in dem Moment, in dem eine Jugendliche oder ein Jugendlicher sich einer Ideologie zuwendet. Sie entsteht über Jahre aus Entwicklungsprozessen, die im pädagogischen Alltag sichtbar sind: Schwierigkeiten mit sozialen Regeln, Abwertung anderer Gruppen, Unsicherheit über die eigene Zugehörigkeit, einfache Welterklärungen. Wer diese vier Proximalfaktoren früh erkennt, kann handeln, bevor ideologische Bindung einsetzt.

PROXI vermittelt den entwicklungsorientierten Präventionsansatz von Prof. Dr. Andreas Beelmann (Friedrich-Schiller-Universität Jena) und dessen Übersetzung in die niedersächsische Praxis – mit konkreten, evidenzbewerteten Ansätzen aus dem Praxishandbuch des Landespräventionsrats Niedersachsen.

Was Sie nach der Fortbildung können

  • Radikalisierungsdynamiken als Entwicklungsphänomen einordnen, ideologieübergreifend – also unabhängig davon, ob rechtsextremistische, islamistische oder andere extremistische Bezüge im Raum stehen.
  • Die vier Proximalfaktoren erkennen und differenzieren: Dissozialität, Vorurteile und Intoleranz, Identitätsprobleme, extremistische Narrative.
  • Bedarfe im eigenen Wirkungsfeld einschätzen und eigene Maßnahmen den Präventionsebenen (universell, selektiv, indiziert) sowie den vier Proximalfaktoren zuordnen.
  • Evidenzbewertete Präventionsansätze beurteilen – mit ehrlichem Blick auf Wirksamkeitsbelege, Implementationsfallen und Grenzen einzelner Programme.
  • Den Transfer in die eigene Praxis konkret planen, als nächster Schritt in den vier Wochen nach der Fortbildung.

Methoden

Inputvorträge, Textarbeit am Praxishandbuch (Beelmann u. a. 2024), Fallvignetten und kollegialer Austausch in Klein- und Arbeitsgruppen. Die vier Online-Module nach dem Präsenztag greifen je einen Proximalfaktor auf – Präsenz und Online ergeben zusammen 16 Stunden Lernumfang.

Für wen die Fortbildung gedacht ist

  • Schule: Lehrkräfte mit Präventionsauftrag, Schulsozialarbeit, Beratungslehrkräfte, schulpsychologische Dienste
  • Jugendhilfe: Fachkräfte der Erziehungshilfen, der Erziehungs- und Familienberatung, der Frühen Hilfen, aufsuchender Jugendarbeit, von Jugendzentren und Jugendmigrationsdiensten
  • Kommune: Mitarbeitende in Jugendämtern, kommunalen Präventionsräten und -netzwerken, Fachstellen für Demokratieförderung
  • Zivilgesellschaft: Mitarbeitende in Vereinen, Initiativen und Trägern, die in Niedersachsen zur Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung arbeiten

Eine präventionsfachliche Vorqualifikation ist nicht erforderlich. Wer aus Pädagogik, Sozialer Arbeit, Psychologie, Schule, Verwaltung oder Jugendhilfe kommt, kann direkt einsteigen.

Plätze und Zuteilung

20–25 Plätze. Der ausrichtende Standort und seine regionalen Communities-that-Care-Nachbarstandorte erhalten ein festes Kontingent. Restplätze stehen interessierten Fachkräften aus anderen Regionen Niedersachsens offen.

Programm

  1. 09:00–09:30
    Begrüßung, Vorstellungsrunde, Ziele und Struktur des Tages
  2. 09:30–10:30
    Einführung in das entwicklungsorientierte Präventionsmodell nach Beelmann
  3. 10:30–10:45
    Pause
  4. 10:45–11:45
    Radikalisierung als Entwicklungsprozess: distale Risikofaktoren, die vier Proximalfaktoren, extremistische Einstellungen und Handlungen
  5. 11:45–12:30
    Fachsprache der Prävention: Verhaltens- und Verhältnisprävention, Präventionsebenen, Implementationstreue
  6. 12:30–13:30
    Mittagspause
  7. 13:30–14:30
    Vertiefung der vier Proximalfaktoren mit Original-Auszügen aus dem Praxishandbuch (Beelmann u. a. 2024)
  8. 14:30–15:30
    Fallarbeit zu typischen Konstellationen aus Schule, Jugendhilfe und Kommune
  9. 15:30–15:45
    Pause
  10. 15:45–16:30
    Europäische Qualitätsstandards (EDPQS) als Rahmen für Bedarfsanalyse und Qualitätssicherung
  11. 16:30–17:00
    Transferplanung: der eigene nächste Schritt in der Praxis

Vortragende

  1. Maximilian von Heyden, M.Sc. Public Health
    Maximilian von Heyden, M.Sc. Public Health
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